Grober Vertrauensbruch

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Sonthofen – Rein rechtlich gesehen, war alles in Ordnung. Wie die Verhaftung eines 28-jährigen syrischen Asylbewerbers, der in Abschiebehaft genommen wurde, allerdings vonstatten ging, findet eine ehrenamtliche Betreuerin nicht in Ordnung. Ebenso die Mitglieder des „Runden Tisch Asyl“ in Sonthofen.

Sie habe die ersten Tage nach dem Vorfall vor knapp zwei Wochen kaum geschlafen, erzählt die Ehrenamtliche, es gehe ihr „sauschlecht“. Sie fühlt sich, als habe sie das Vertrauen des jungen Syrers missbraucht – habe sie ihn doch zu dem Termin im Landratsamt begleitet, bei dem er verhaftet wurde. Sie sieht den Vorgang auch als Vertrauensbruch gegenüber dem Ehrenamt.

Die junge Frau, die sich in einem Helferkreis für Asylbewerber im nördlichen Landkreis engagiert, war mit dem 28-jährigen Syrer zu einem Gesprächstermin ins Ausländer- amt im Landratsamt gekommen. Nach etwa zehn Minuten „geht plötzlich die Tür auf und zwei Polizisten kommen rein“, berichtet sie. Die Polizeibeamten führten den 28-Jährigen, der beim Anblick der beiden zu zittern angefangen habe, ab – in Handschellen. Am selben Tag wurde der junge Mann dem Haftrichter in Kempten vorgeführt. Dieser ordnete Abschiebehaft an. Nun sitzt der 28-Jährige im Abschiebelager in Mühldorf am Inn, von wo aus er in Kürze nach Italien gebracht werden soll.

Autor: Eva Veit

Quelle und vollständiger Text: www.kreisbote.de

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